Social Scouts

Foto:B.Nakamura Foto:B.Nakamura

 

Was ist Social Scouts?

 

Es ist ein Integrationsprojekt und basiert auf dem Prinzip des Mentorings. Ein Social Scout begleitet ein Kind der 5. oder 6. Jahrgangsstufe über ein Jahr in wöchentlichen Treffen. Sie stärken durch Unternehmungen vermehrt alltägliche Kompetenzen, bieten einen Ansprechpartner bei kleineren und größeren Problemen und helfen Interessen zu wecken, zu erkennen und langfristig zu fördern. So zeigen die Social Scouts den Kindern auch, was sie alles in ihrer Stadt unternehmen können, auch ohne viel Geld auszugeben. Sie lernen dabei zum einen ihre Umgebung besser kennen und zum anderen auch ihre Freizeit ohne Computer oder Fernseher zu gestalten. Langfristig sorgt der Social Scout auch dafür, dass sich das Kind auch bspw. einem lokalen Verein anschließ, um auch nach Beendigung des Projektes im Gemeindeleben eingebunden zu sein.

Darüber hinaus zeigen sie den Kindern auch wie man "Lernen lernt" und unterstützen so die Eingliederung in die weiterführenden Schule. Um auch die Integration im Klassenverbund zu stärken finden regelmäßig Gruppentreffen mit allen Teams statt. Hierbei wird besonders der kulturelle Bereich ins Auge gefasst und das Selbstbewusstsein bspw. durch einen Theaterworkshop gestärkt und auch Freundschaften können durch die gemeinsamen Erlebnisse entstehen oder gefestigt werden.

 

Unsere Social Scouts mit "ihren" Kindern

 

Warum brauchen wir Social Scouts?

 

Auch wenn von Kindern mit Migrationshintergrund gesprochen wird, kommen nur die wenigsten Kinder heute selbst noch aus einem anderen Land. Die meisten Kinder sind, wie sogar oft ihre Eltern, in Deutschland geboren. Dennoch erreichen diese Kinder oft keinen (hohen) Schulabschluss, der wiederum die Grundvorraussetzung dafür ist, später eine Arbeit zu finden und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Die PISA-Studie zeigt eine deutliche Bildungsbenachteiligung, die mit der sozialen Herkunft einher geht. Diese hat nichts mit der Intelligenz der Kinder zu tun, denn selbst bei gleichem Wissensstand und Lernvermögen hat ein 15-jähriger Schüler aus reichem Elternhaus eine vier Mal so große Chance, das Gymnasium zu besuchen und damit das Abitur zu erlangen, wie ein Gleichaltriger aus einer ärmeren Familie.

Die Gründe dafür sind sehr vielschichtig und betreffen natürlich das gesamte Bildungssystem. Social Scouts gibt benachteiligten Kindern eine Starthilfe, die sich individuell um sie kümmert, um so die anfänglichen Schwierigkeiten zu bewältigen, sich gut in die Schule einzuleben und sie erfolgreich zu beenden. Die Integration dieser Kinder ist nicht nur angesichts der niedrigen Geburtenrate bedeutend für die Zukunft Deutschlands. Es geht nicht um eine Art der Sonderpädagogik für "ausländische" Kinder, sondern um deutsche Kinder, die im eigenen Land benachteiligt sind. Social Scouts geht es darum allen Kindern Deutschlands, ohne Ansehen ihrer sozialen Herkunft dieselbe Chance für ihr Leben zu bieten! Deshalb brauchen wir Social Scouts!

 

Was sind die Ziele des Projektes?

 

Durch eine auf das betreffende Kind abgestimmte Förderung, soll Problemen präventiv entgegengewirkt werden. Wir möchten zusammen mit Eltern, Schule und Gemeinde ein sicheres Netzt für Kinder spannen und sie auffangen, bevor Probleme entstehen oder sie sogar die Schule verlassen müssen. Dabei steht die Stärkung der Persönlichkeit im Vordergrund. In unseren Gruppentreffen soll auch das Gemeinschaftsgefühl der Kinder untereinander gestärkt werden und zu einer stabilen Klassengemeinschaft beitragen.

 

Gruppentreffen Basteln


Worauf stützt sich Social Scouts?

 

Social Scouts basiert auf den Ergebnissen der Resilienzforschung. Resilienz (von lateinisch resilire = „zurückspringen, abprallen“, deutsch etwa Widerstandsfähigkeit) ist ein Fachausdruck, der in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen unterschiedlich verwendet wird. Für den schulpädagogischen Bereich, wurden Bildungskarrieren von Kindern mit Migrationshintergrund analysiert. Hierbei zeigte sich, dass eine individuelle, ganzheitliche und konstante Förderung durch eine Bezugsperson, sich positiv und präventiv auf Probleme wie Agression, Schüchternheit, Sprachschwierigkeiten, niedrige Lesekompetenz etc. auswirkt.  Darüber hinaus verfolgt der Verein das Konzept der "Community Education", dem der Gedanke zugrunde liegt, dass die Schule und die Stadt sich gegenseitig öffnen müssen und nur zusammen, auch mit den Eltern, etwas für benachteiligte Kinder verändern zu können.


Für wen ist das Projekt?

 

Das Projekt richtet sich nicht ausschließlich, sondern vordergründig an Kinder mit Migrationshintergrund. Alle Kinder werden von ihren Lehrern für das Projekt vorgeschlagen. Dabei geht es nicht um Noten! Der Social Scout ist keine Gratisnachhilfe. Vielmehr unterstützt er die Persönlichkeitsentwickelung des Kindes, gibt Anregungen und hilf sich selbst zu strukturieren.

 

 

Gruppentreffen Stadtrallye am 12.12. 2009

 

Wer sind die Social Scouts?

 

Die Social Scouts sind überwiegend Studenten/innen der sozialen Wissenschaften wie Erziehungswissenschaften, Psychologie oder des Lehramtes. Sie begleiten in wöchentlichen Treffen über ein Jahr jeweils ein Kind. In begleitenden Seminaren können sie sich untereinander Austauschen. Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit können sich die Social Scouts ein Praktikum anrechnen lassen und gleichzeitig auch von dem Projekt profitieren. Sie sammeln auf diesem Weg wertvolle praktische Erfahrungen für ihr jetziges und späteres Leben.

 

Was unternehmen die Social Scouts mit den Kindern?

 

Die Treffen werden von jedem Team individuell geplant und gestaltet. Dabei gibt es zwar keine Vorgaben, jedoch steht die praktische Verknüpfung des in der Schule Gelernten ganz oben auf der Unternehmungsliste. So kommen Maßen und Größen in der 5. Klasse auf dem Lehrplan vor und werden z.B. beim gemeinsamen Kochen praktisch angewendet. Auch der Besuch im Planetarium ist sowohl lehrreich, als auch interessant,  denn neben der indirekten Förderung soll auch der Spaß nicht zu kurz geraten. Es wird also darauf geachtet, dass die Treffen einen doppelten Sinn haben und Anregungen geben, wie ein Besuch in der Bibliothek etc., aber auch ein gemütlicher DVD Abend ist natürlich ganz nach unserem Sinn.

 

 

Das Begleitseminar

 

Was ist mit Lehrern und Eltern?

 

Wir streben für jedes Kind eine ganzheitliche Förderung an. Diese ist nur in guter Zusammenarbeit mit den Lehrern und Eltern möglich. Sie sind ein wichtiger Bestandteil unseres Projektes. Alle Beteiligten haben die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen und werden in das Projekt miteinbezogen. In regelmäßig stattfindenden Treffen wird über die bisherige und weitere Entwicklung gesprochen und mit allen zusammen beraten. Die Social Scouts sind dabei sozusagen ein Bindeglied zwischen Schule, Eltern und Stadt. Selbstverständlich liegt für jedes teinehmende Kind eine Einverständniserklärung vor und alle Treffen werden auch mit den Eltern besprochen, damit sie genau wissen, wo ihr Kind mit wem ist und was es macht.

 

Für Informationen speziell für Lehrer und Eltern gibt es hier.

 


Wie wird das Projekt finanziert?

 

Das Projekt finanziert sich ausschließlich aus Spenden und Fördergeldern. So entstehen keine Kosten für die Schule oder die teilnehmenden Kinder, damit die Teilnahme eines jeden Kindes gewährleistet werden kann. Für Unternehmungen stehen den Teams 15€ monatlich zur Verfügung. Auch die Gruppentreffen benötigen finanzielle Mittel. Wir freuen uns, wenn Sie uns unterstützen, dies können Sie im direkt unter dem Menüpunkt "Förderer" tun. Auch über Sachspenden, Spiele, Bücher, Bastelmaterialien freuen wir uns.

 

Alle Social Scouts sind ehrenamtlich und damit unentgeltlich tätig

 

Kontakt: socialscouts@mosaik-osnabrueck.de